Clever zusammengefasst
Der Glasfaserausbau erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Phasen. Nach Planung und Genehmigung werden das Hauptnetz, die Multifunktionsgehäuse und Netzverteiler sowie die einzelnen Hausanschlüsse hergestellt. Anschließend werden die Glasfasern eingeblasen, verbunden, geprüft und schrittweise in Betrieb genommen.
1. Ausbau planen und genehmigen
Vor Beginn der Bauarbeiten wird das zukünftige Glasfasernetz geplant.
Dabei werden unter anderem festgelegt:
- der Verlauf des Hauptnetzes,
- die Standorte der Multifunktionsgehäuse und Netzverteiler,
- die einzelnen Bauabschnitte,
- die Einbindung der Grundstücke,
- erforderliche Verkehrsmaßnahmen,
- die Abstimmung mit der Gemeinde und anderen Versorgungsträgern.
Zusätzlich müssen notwendige Genehmigungen eingeholt und vorhandene Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsleitungen berücksichtigt werden.
2. Gemeinde in Bauabschnitte einteilen
Eine Gemeinde kann nicht gleichzeitig an allen Stellen ausgebaut werden. Das Ausbaugebiet wird deshalb in einzelne Bauabschnitte aufgeteilt.
Die Reihenfolge richtet sich unter anderem nach:
- der Netzplanung,
- den vorhandenen Leitungswegen,
- den erforderlichen Genehmigungen,
- der Verkehrsführung,
- den verfügbaren Baukapazitäten,
- der technischen Abhängigkeit zwischen den Abschnitten.
Deshalb können die Arbeiten in verschiedenen Straßen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen.
3. Hauptnetz im öffentlichen Bereich bauen
Im nächsten Schritt werden im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich die Leerrohre für das Glasfaser-Hauptnetz verlegt.
Je nach örtlichen Gegebenheiten werden dafür:
- Gehwege oder Straßen abschnittsweise geöffnet,
- Leerrohre in offenen Gräben verlegt,
- grabenlose Verlegeverfahren eingesetzt,
- Netzschächte hergestellt,
- die einzelnen Bauabschnitte miteinander verbunden.
Nach Abschluss der Arbeiten werden die geöffneten Oberflächen wiederhergestellt.
4. Multifunktionsgehäuse und Netzverteiler aufstellen
Für den Betrieb und die Verteilung des Glasfasernetzes werden Multifunktionsgehäuse und Netzverteiler aufgestellt.
In den Multifunktionsgehäusen, kurz MVG, befindet sich die aktive Netztechnik. Sie ist für den technischen Betrieb des Glasfasernetzes erforderlich.
Zusätzlich werden im Ausbaugebiet mehrere Netzverteiler, kurz NVT, errichtet. Diese werden mit den Multifunktionsgehäusen verbunden. In den Netzverteilern werden die Glasfaserleitungen der einzelnen Haushalte zusammengeführt und an das weitere Netz angebunden.
Der Netzaufbau lässt sich vereinfacht so darstellen:
Hausanschluss → Netzverteiler (NVT) → Multifunktionsgehäuse (MVG) → übergeordnetes Glasfasernetz
Die Standorte der Gehäuse werden im Rahmen der Ausbauplanung mit der Gemeinde abgestimmt. Die Multifunktionsgehäuse und Netzverteiler werden auf kommunalen Flächen aufgestellt.
5. Glasfaser-Hausanschlüsse herstellen
Parallel oder zeitlich versetzt zum Bau des Hauptnetzes werden die einzelnen Grundstücke und Gebäude angeschlossen.
Vor den Arbeiten auf Ihrem Grundstück findet eine Hausbegehung statt. Dabei werden die Leitungsführung über das Grundstück, die Hauseinführung und der Installationsort des Glasfaseranschlusses abgestimmt.
Anschließend wird ein Leerrohr vom öffentlichen Netz über das Grundstück bis in das Gebäude verlegt.
Erfahren Sie, wie Ihr Hausanschluss während des Netzausbaus hergestellt wird
6. Glasfasern einblasen und verbinden
Sobald die benötigten Leerrohre vollständig miteinander verbunden sind, werden die Glasfaserkabel mit Druckluft in das vorbereitete Rohrsystem eingeblasen.
Die Glasfasern der einzelnen Haushalte werden in den Netzverteilern zusammengeführt. Die Netzverteiler sind wiederum mit den Multifunktionsgehäusen verbunden, in denen sich die aktive Netztechnik befindet.
Diese Arbeiten erfolgen normalerweise durch andere Fachkräfte als die vorherigen Tiefbauarbeiten.
7. Netz prüfen und in Betrieb nehmen
Nach der Glasfasermontage werden die Leitungen gemessen, geprüft und dokumentiert.
Dabei wird unter anderem kontrolliert:
- ob die Glasfaserverbindungen vollständig hergestellt wurden,
- ob die gemessenen Werte den technischen Anforderungen entsprechen,
- ob Hausanschlüsse, Netzverteiler und Multifunktionsgehäuse richtig miteinander verbunden sind,
- ob der jeweilige Abschnitt für die Nutzung freigegeben werden kann.
Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise. Deshalb können bereits fertiggestellte Straßen oder Gebäude zu unterschiedlichen Zeitpunkten nutzbar werden.
8. Hausanschlüsse fertigstellen und aktivieren
Sobald Ihr Hausanschluss für die abschließenden Arbeiten eingeplant werden kann, erhalten Sie eine Terminkarte in Ihren Briefkasten.
Über die auf der Karte angegebenen Möglichkeiten buchen Sie bei CLEVERNET einen Termin. Bei diesem Termin wird die Glasfaser bis in Ihr Gebäude eingeblasen, der Glasfaser-Abschlusspunkt fertiggestellt und die Verbindung technisch geprüft.
Warum entstehen zwischen den einzelnen Phasen Wartezeiten?
Der Glasfaserausbau besteht aus vielen voneinander abhängigen Arbeitsschritten. Ein nachfolgender Schritt kann häufig erst beginnen, wenn die vorherigen Arbeiten im gesamten Abschnitt abgeschlossen sind.
Wartezeiten können beispielsweise entstehen durch:
- noch ausstehende Genehmigungen,
- notwendige Änderungen der Bauplanung,
- unbekannte oder anders verlaufende Bestandsleitungen,
- schwierige Bodenverhältnisse,
- Witterungseinflüsse,
- erforderliche Materiallieferungen,
- die Koordination unterschiedlicher Fachunternehmen,
- technische Prüfungen und Dokumentationen.
Ein äußerlich fertiggestellter Straßenabschnitt bedeutet daher nicht automatisch, dass das Glasfasernetz bereits vollständig betriebsbereit ist.
Muss ich während der Bauarbeiten zu Hause sein?
Für die Arbeiten am Hauptnetz im öffentlichen Bereich müssen Sie normalerweise nicht anwesend sein.
Ihre Anwesenheit oder die einer beauftragten volljährigen Person ist jedoch erforderlich bei:
- der Hausbegehung,
- Arbeiten, für die Zugang zum Gebäude benötigt wird,
- der Fertigstellung und Aktivierung des Hausanschlusses.
Wie erfahre ich den aktuellen Ausbaustand?
CLEVERNET informiert projektbezogen über wichtige Entwicklungen und die nächsten Schritte. Konkrete Termine für Ihr Grundstück können normalerweise erst mitgeteilt werden, wenn der jeweilige Arbeitsschritt verbindlich geplant werden kann.
Bei Fragen zu Ihrer Adresse senden Sie uns bitte eine Anfrage und geben Sie die vollständige Anschlussadresse an.
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